Ehe für alle – Leihmutterschaft:

Nein zur reproduktiven Sklaverei 1

Im Jahr 2005, während der Kampagne für die eingetragene Partnerschaft, beteuerten die politischen Parteien und Interessengruppen, die das Gesetz unterstützten, dass dieses in keinem Fall zu einer Ehe führen würde, und sprachen sich sogar entschieden gegen die “Bösgläubigkeit” derjenigen aus, die es wagten, das Gegenteil zu behaupten[1].

Um die Volksabstimmung zu gewinnen, sagten sie auch, dass sie keine Adoption wollten, was sie im Falle von Homosexualität für “vernünftig” hielten[2].

Und das Volk vertraute ihnen.

Doch schon am Tag nach der Abstimmung erklärte der Sprecher der Pink-Cross-Vereinigung die Adoption unzweideutig zum nächsten Etappenziel. Dabei hatte derselbe Jean-Paul Guisan einige Zeit zuvor gegenüber der Presse erklärt: “Einem Kind, das sich nicht für zwei gleichgeschlechtliche Eltern entschieden hat, etwas aufzuzwingen, schockiert mich in der gegenwärtigen Phase meiner Überlegungen“[3]. Drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes brachten die Grünen, die das Adoptionsverbot selbstverständlich unterstützt hatten, die ersten Anträge zugunsten der Adoption ein.

Der Bundesrat blieb sich selbst treu (sic!) und ging in kaum zehn Jahren von “es gibt kein Recht auf Adoption”[4] zur Erfindung einer Art „Grundrecht der Kinder auf Adoption“ über…[5]

Im jetzigen Abstimmungskampf über die “Ehe für alle” behaupten deren Befürworter, dass die “Leihmutterschaft” in der Schweiz verboten ist und bleiben wird. In Wahrheit hat die Legalisierung der Adoption eines Partnerkindes dem Zugriff zur Leihmutterschaft im Ausland Türen und Tore geöffnet.

Obwohl die Leihmutterschaft dem Schweizer Recht völlig zuwiderläuft, wird sie durch nichts mehr behindert, und in einigen Kantonen wird sie sogar durch einen 20-wöchigen “Mutterschaftsurlaub” für Schwule gefördert[6].

Die Heuchelei der Befürworter der “Ehe für alle” ist so groß, dass sie sogar einen Weg gefunden haben, die Kampagne zu nutzen, um “Tipps” zu geben, wie man vorgehen kann, um zu einer Leihmutterschaft im Ausland zu kommen, während sie uns zugleich daran erinnern, dass diese verboten bleibt[7].

In Wahrheit sind die Homo-Verbände für die Leihmutterschaft und ermuntern die Menschen dazu.

Diese Heuchelei nützt das Elend der Frauen in den armen Ländern aus, die für die Zeit der Geburt eines solch „teuren“ Kindes – Die Kosten belaufen sich auf bis zu 150.000 Dollar, von denen sie keinen müden Cent sehen werden – in unhygienische Leihmutterfarmen geparkt werden[8]. Sie sind die Opfer eines Konsumwahns, den die Befürworter nur zu gern mit seinem genauen Gegenteil, der Familie, verwechseln. „Die Natur will, dass jedes Kind einen Vater und eine Mutter hat, die beide eine wichtige Rolle in seiner Entwicklung spielen”, so der Bundesrat zum Thema homosexuelle Partnerschaften[9].

Die “Ehe für alle” wird ein unveräußerliches Recht auf Adoption für alle Homosexuellen schaffen. Diese neue Situation wird einen Anreiz für das schmutzige Geschäft der Fortpflanzungsprostitution[10] schaffen.

In einer Zeit, in der sich die Welt endlich der Düsternis der jahrhundertelangen Sklaverei bewusst zu werden scheint, haben die Aktivisten der “Ehe für alle” nichts Besseres zu bieten als diesen Ansturm auf das Elend der Dritten Welt, bei dem Zuhälter in weißen Kitteln die Gebärmütter von jungen, isolierten, zerbrechlichen Frauen versteigern.

Die Schweiz macht so etwas nicht, die Schweizer wollen das nicht! Eine Frau ist kein Objekt, ein Kind auch nicht. Mutterschaft kann man nicht kaufen und ein Kind kann man nicht verkaufen.

Die Grundlage einer Familie ist die Liebe und keineswegs ein schäbiger Menschenhandel.

Auf seiner Webseite erklärt das Komitee “Ja, ich will”, dass diese Kampagne – die vierte in 16 Jahren (Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft, Adoption des Kindes des Partners, Strafnorm, Heirat) – keine “Salamitaktik” darstellt[11]. Ja, Sie haben richtig gelesen, diese Leute bitten Sie, ihnen wieder zu vertrauen, während sie bereits die nächsten Schritte fordern: Leihmutterschaft im Ausland und private Samenspenden, deren Verbot zwangsläufig eine “Ungleichbehandlung von Regenbogenfamilien darstellt, die im Rahmen der Revision des Abstammungsrechts korrigiert werden muss”[12]. Letztere ist unvermeidlich. Und was kommt nachher? Es wird nie aufhören.

Deshalb fordert der Verein DAS KIND IST KEINE WARE die Bevölkerung auf, nicht zu leichtgläubig zu sein und die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches („Ehe für alle“) durch ein wuchtiges NEIN abzulehnen.


Fussnote:

[1] Seit 2015 hat die indische Regierung den Zugang von Ausländern zur Leihmutterschaft verboten. Die interessierten Ausländer sind inzwischen nach Kamodscha oder Kenia ausgewichen (NAU, Jean-Yves, « Mère porteuse: reportage dans un nouveau marché d’esclaves », in Revue médicale suisse, 535 [19.10.2016]). Unser Plakat illustriert das indische Beispiel, wo die Bevölkerung sich des Umstands bewusstwurde, dass Die Leihmutterschaft indische Bürgerinnen versklavt.

[2] Jean-Michel Gros, Grossrat (GE), liberale Partei, überparteiliches Komitee « Ja zur eingetragenen Partnerschaft », 11. April 2005.

[3] Anne-Catherine Menétrey-Savary, Nationalrätin (Die Grünen/GE), überparteiliches Komitee « Ja zur eingetragenen Partnerschaft », 11. April 2005.

[4] L’Illustré, 09.05.2001, S. 17.

[5] Botschaft des Bundesrats vom 29. November 2002, 02.090, FF 2003 1192.

[6]Heute schon wachsen viele Kinder in solchen Familien auf, aber sie genießen nicht die gleichen Rechte wie die Kinder verheirateter Paare.“ Kommunikee des Bundesrats vom 29. 02. 2012, Adoption der Kinder ihres Lebenspartners durch Homosexuelle.

[7] RTS, 19h30, 07.12.2012.

[8] Pinkcross: https://www.pinkcross.ch/faq-ehe-fuer-alle#faqitem-2

[9] « Billiger Bauch zu vermieten », Canal +, L’effet Papillon, 13. 04. 2013

[10] Botschaft des Bundesrats vom 29. November 2002 zur eingetragenen Partnerschaft homosexueller Personen, 02.090, FF 2003 1222

[11] Aus dem Lateinischen „pro“ und „statuo“, an die Stelle treten von, Synonym für Substitution

[12] https://www.mariage-oui.ch/fileadmin/files/pdf/2021_Kurz-Argumentarium_FR.ocx.pdf.

[13] Siehe oben.

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