Ehe für alle – Den Vater killen

Mit der “Ehe für alle” wird der Vater aus dem Gesetz gestrichen und dem Kind das Recht auf einen Vater genommen, was eine Verletzung seiner Grundrechte darstellt.

Der Vater als Identifikationsperson und die “Ordnung der Dinge“

Die Stellung des Vaters ist wesentlich. In seiner Botschaft zum Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft zwischen Personen gleichen Geschlechts[1] war die Doktrin des Bundesrates glasklar:

Die Natur sieht vor, dass jedes Kind einen Vater und eine Mutter hat, die beide eine wichtige Rolle in seiner Entwicklung spielen. Aus diesem Grund versuchen auch die Regelungen des Zivilgesetzbuches zur Abstammung (Art. 252 ff.), jedem Kind möglichst einen Vater und eine Mutter zuzuordnen und damit die Geschlechterpolarität zu gewährleisten. Die gemeinsame Adoption durch ein Ehepaar ist die Regel. Auf diese Weise will das Gesetz sicherstellen, dass das Kind, wie in der natürlichen Ordnung der Dinge, einen Vater und eine Mutter hat […].

Würde der Gesetzgeber homosexuellen Paaren die Adoption eines Kindes gestatten, so würden die Grundprinzipien des geltenden Abstammungsrechts aufgegeben werden. Das Kind hätte, rechtlich gesehen, zwei Mütter oder zwei Väter, was der Ordnung der Dinge widersprechen würde […].

In unserer Epoche und in unserer Gesellschaft nehmen die Kinder die Rollen von Vater und Mutter immer noch als Personen unterschiedlichen Geschlechts wahr. Ein Kind kann unter bestimmten Umständen mit einer Verdoppelung der Rollen konfrontiert sein, z. B. mit zwei Vätern, einem biologischen und einem psychosozialen (den Stiefvater), oder es kann seine genetische Mutter und seine Stiefmutter nach dem Tod seiner eigenen Mutter und der Wiederverheiratung des Vaters tatsächlich als zwei Mütter ansehen. Die Rolle, die ein Elternteil spielt, kann jedoch in der Vorstellung des Kindes nicht von einer Person des gleichen Geschlechts übernommen werden […].

Diese Überlegungen, die nur das Wohl des Kindes im Auge hatten, drohen eine nach der anderen unter dem Hammer der Ideologie plattgedrückt zu werden. In einigen Jahren wird der Bundesrat von der Überzeugung, dass es “kein Recht auf Adoption[2]” gibt, zum totalen Zugang zu Kindern für Homosexuelle unter dem Vorwand der “freien Gestaltung des Privat- und Familienlebens[3]” übergehen. Wir sind vom Recht des Kindes zum Anrecht auf ein Kind übergegangen.

Um zu einem solchen Ergebnis zu gelangen, musste zunächst ein wesentliches Hindernis, nämlich das schützende Bollwerk der Vaterfigur, überwunden werden. Dies ist das Ziel der Revision des Zivilgesetzbuches, über die am 26. September abgestimmt wird.

Beseitigung des Vaters

Der “Mann” verschwindet aus Art. 94 ZGB, dann der “Verlobte” aus Art. 102, der “Ehemann” aus Art. 163 und schließlich der “Vater” aus dem vielzitierten Art. 252, der den Grundstein des schweizerischen Familienrechts bildet.

Mit einem Federstrich wird ein maßgeblicher Teil der menschlichen Geschichte ausgelöscht. Damit wären unsere Rechtsordnung und unsere Gesellschaft nicht mehr in der Lage, die einzige Institution, die ihre Existenz zu gewährleisten vermag, anzuerkennen und zu schützen. Das ist kollektiver Selbstmord.

Diese völlige Neuformulierung der menschlichen Beziehungen beruht ausschließlich auf der Zerstörung der Familie, ohne etwas anderes als die homosexuellen Erwartungen und Phantasmen zu befriedigen. Von der Gesellschaft zu fordern, was der Natur nicht abgetrotzt werden kann, läuft jedoch darauf hinaus, einer Zivilisation, die bereits im Sterben liegt, den Todesstoß zu versetzen.

Der Mann, der Verlobte, der Ehemann und der Vater werden ausradiert, vergessen, vernichtet. Angesichts dieser erschreckenden Realität scheint der Begriff der Eltern nur noch zu existieren, um den Begriff des Vaters und dann jenen der Mutter aus einer ideologischen Perspektive heraus aufzuheben. Dies führt dazu, dass nur schon die Erinnerung an die notwendige sexuelle Andersartigkeit verurteilt und dann verboten wird.

Die Angriffe, denen wir in dieser Kampagne ausgesetzt sind, sind der Beweis dafür. Es zu wagen, die Menschen daran zu erinnern, dass ein Kind von einem Vater und einer Mutter abstammt, wie es der Bundesrat vor nicht einmal zehn Jahren getan hat, ist heute “homophob”, unerträglich und Gegenstand wiederkehrender Androhungen von Strafanzeigen.

Der verbotene Vater

Das Verbot der Erwähnung des Vaters ist bereits in Kraft getreten. Die Revision des Zivilgesetzbuches, die den Lesben einen Ehrenplatz einräumt, stellt die ideologische Fantasie über die Realität der biologischen Abstammung und verbietet dem Kind, eine väterliche Abstammung zu beanspruchen. Der Wortlaut des revidierten Art. 23 Abs. 1 FMedG ist eindeutig: Das Kind wird sich dem neuen Recht seiner zweiten “Mutter” nicht widersetzen können. Ihm wird sogar der Gedanke verwehrt, dass es von einem Vater gezeugt worden sein könnte.

Ist das Kind durch eine Samenspende nach den Vorschriften des FMedG gezeugt worden, kann das Abstammungsverhältnis zur Ehefrau oder zum Ehemann der Mutter nicht angefochten werden.

Das FMedG, das den Spender zugunsten des Adoptivvaters zurücksetzte – und damit die Rolle und den Platz des Vaters festlegte und jene “Polarität der Geschlechter” garantierte, die für die “Entwicklung des Kindes unerlässlich ist“ (Siehe Botschaft des Bundesrates), tut dies nun auch zugunsten des “Ehepartners der Mutter”. Der Vater wird ausgestoßen, guillotiniert, der wesentliche Platz der Vaterschaft im Reproduktions- und Erziehungsprozess wird zugunsten eines fanatischen Wahns ausgelöscht, der darauf abzielt, rechtlich eine „natürliche“ Gleichheit zu erreichen, die in Wirklichkeit nicht existieren kann. Dies ist ein Novum im Schweizer Recht: die Verletzung des Realitätsprinzips.

Jedes Kind wird von einem Vater und einer Mutter geboren. Abgesehen davon, dass es dumm ist, etwas anderes zu behaupten, ist es eine klare Verletzung der Grundrechte des Kindes, wenn man es belügt und es zwingt, die väterliche Abstammung zu leugnen.

Diese biologische Verweigerung verstößt gegen das Recht des Kindes auf Privatsphäre gemäß Artikel 8 EMRK sowie gegen Artikel 8 Absatz 1, 21 und 22 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes[4], das den Schutz der familiären Beziehungen des Kindes auf der Grundlage seiner Beziehung zu seinem Vater und seiner Mutter vorsieht.

Die Revision verletzt auch das in Art. 256 Abs. 1 ZGB verankerte Recht des Kindes, sich nach seiner väterlichen Herkunft zu erkundigen.

Die „jakobinische“ Umwälzung des Abstammungsrechts ist viel mehr als eine Verwirklichung des Rechts auf Liebe und konnte nur gelingen, indem die Figur des Vaters enthauptet wurde. Nachdem die Rechte des Vaters jahrzehntelang mit Füßen getreten und er im Rahmen der “Entwicklung” des Familienrechts systematisch von seinen Kindern entfernt wurde, will man nun die bloße Erwähnung seines Namens aus den Texten streichen. Fehlender Vater, fehlgeleiteter Sohn: Die Menschheit von morgen wird Vater- und schutzlos sein. Indem sie des Rechts beraubt wird, überhaupt einen Vater zu haben, wird unsere Gesellschaft um ihre Vergangenheit gebracht und ihrer Zukunft vereinsamt entgegensehen.

Deshalb fordert der Ausschuss DAS KIND IST KEINE WARE die Bevölkerung auf, dem Zeitgeist nicht blind zu vertrauen und die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Ehe für alle) entschieden abzulehnen.


Fussnote:

[1] Botschaft des Bundesrats vom 29. November 2002, 02.090, FF 2003 1192.

[2] Ebenda

[3] Erläuterungen des Bundesrats – Volksabstimmung vom 26. September 2021.

[4] Ebenfalls Art. 7 Abs. 1, unter Ausschluss der die Spender betreffenden Verfügungen

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